Umweltfreundlicher und menschlicher Straßenverkehr
Der drohende planterate Kollaps unserer Ökosysteme und der Raubbau an den meisten Ressourcen erfordern umgehende Transformationsprozesse auf allen Ebenen. Im kommunalen Entscheidungsrahmen spielt dabei das Thema Verkehr eine entscheidende Rolle. Wir wollen Emissionen reduzieren und für alle Menschen das Recht auf Mobilität durchsetzen.
Dazu werden wir umweltschädliche Verkehrsmittel unattraktiver und grüne Mobilität attraktiver machen.


In der Zukunft werden PKW weniger Bedeutung haben und heute schon ist der Individualverkehr ein finanzielles, ökologisches und planerisches Übel. Grundsätzlich verfolgen wir ein Mobilitätskonzept, bei dem an erster Stelle Fußgänger*innen und Radfahrer*innen stehen, darauffolgend der ÖPNV, an dritter Stelle ruhende Räder (Fahrradstellplätze), an vierter Stelle bewegter Kraftverkehr und an letzter Stelle ruhender Kraftverkehr (Parkplätze). 


Wir wollen mehr verkehrsberuhigte Zonen und eine autofreie Innenstadt. Das Konzept des shared space, bei dem verschiedene Verkehrsteilnehmer*innen gleichberechtigt sind, ist an geeigneten Stellen auszuweisen (z.B. Johannisstraße).


Förderung des öffentlichen Nahverkehrs durch bessere Anbindung von zentrumsfernen Wohngebieten überhaupt und eine engere Taktung) In einer Großstadt wie Jena, welche sich räumlich sehr in die Länge zieht, kann es nicht sein, dass einige Ortsteile nachts nur sporadisch oder gar nicht erreichbar sind. Wir fordern die Einrichtung von Nachtbuslinien im Stadtgebiet und dem eingemeindeten Umland. 


Wir wollen einen kostenloser bzw. fahrscheinlosen Nahverkehr, denn Mobilität sollte unabhängig vom Einkommen für alle möglich sein (Stichwort Recht auf Mobilität & soziale Gerechtigkeit). Außerdem würde sich dadurch ein signifikanter Teil des PKW-Verkehrs auf auf die ÖPNV verlagern, was der Luftqualität und Lärmreduktion zuträglich ist. Bis zur Umsetzung fordern wir die Einführung von Kurzstreckentickets (z.B. für mobilitätseingeschränkte Personen).


Wir fordern die Planung eines Park&Ride-System für Pendler_innen, welches längts überfällig ist und mindestens mittelfristig umgesetzt werden kann.


Fahrradwege sollen weiter ausgebaut werden. Wir schliessen uns der Forderung nach Fahrradstrassen ausdrücklich an. Außerdem benötig insbesondere, aber nicht nur die Innenstadt mehr sichere Fahrradabstellmöglichkeiten in ausreichender Zahl. Eine Verzahnung mit dem ÖPNV ist hier wünschenswert: ausreichend Fahrradständer in unmittelbarer Nähe zu Bus und Strassenbahnhaltestellen.


Bezüglich des Radweges am Camsdorfer Ufer sprechen wir uns gegen eine weitere Störung der Uferbereiches und der dort lebenden Tiere, insbesondere der Fledermäuse, aus. Stattdessen soll geprüft werden, ob ein Fahrradunterführung  unterhalb der Straße (Landfeste) eine realistische Alternative ist.


Wir fordern den Erhalt und den Ausbau der Wanderwege und die Erweiterung der Infrastruktur zum Beispiel durch Rastplätze und Hütten.